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Augsburger Allgemeine |
Bericht über LEW Forum Schule
übermittelt Irmgard Metzger, LEW
Der pralle Stundenplan der Direktoren - Managementseminare
Beim LEW-Forum Schule trainieren Schulleiter ihre Führungsqualitäten und den disziplinierten Umgang mit der Zeit
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Von Stefanie Sayle
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Augsburg. Franz Lettner wünscht sich oft, der Tag hätte 48 Stunden. Um 7.30
Uhr sitzt er an seinem Schreibtisch im Augsburger Gymnasium bei St. Stephan.
Vor 19 Uhr verlässt der Chef von 91 Lehrern die Schule selten - um häufig zuhause noch eine Nachtschicht dranzuhängen.
Wie Franz Lettner geht es vielen Schulleitern. Verwaltungs- arbeiten, Gespräche mit Kollegen, Eltern und Schülern, Repräsentationstermine, Lehrprobenbesuche und -beurteilungen: vieles frisst das Stundenbudget der ehemaligen Vollzeitpädagogen auf, die plötzlich Manager sein müssen. Hilfreiches Wissen aus der Wirtschaft in das
junge Unternehmen Schule zu tragen, heißt das Ziel der Managementseminare, die die Lechwerke AG (LEW) im Rahmen ihrer Bildungsinitiative Forum Schule anbietet. 19 Direktoren und Stellvertreter aus ganz Bayern sind zum vorläufig letzten Termin nach Augsburg gereist.
Diesmal widmet Ute Maria Zankl die kostbaren Stunden ihrer Zuhörer dem Thema Zeitmanagement. Als ehemalige Lehrerin mit großer Erfahrung im Wirtschaftsmanagement kann die ebenso routinierte wie lebhafte Seminarleiterin die
Perspektive wechseln. Und nimmt ihre ehemaligen Kollegen unnachgiebig
in die Pflicht: Sie sind für sich selbst verantwortlich - nicht das Kultusministerium, nicht die Kollegen, nicht die Eltern und nicht die Schüler, appelliert sie an den Willen zur Selbsthilfe, nachdem sie die wichtigsten Zeitnöte ihrer Zuhörer abgefragt hat. Die im Schulbetrieb verschwimmende Grenze zwischen Beruflichem und Privatem wird häufig genannt. Ich habe diesen wahnsinnigen Frust, dass ich nicht abschalten kann, klagt eine Direktorin. Ihr Kollege möchte wieder Herr über seine Zeit sein. Andere erhoffen sich Tipps für die Verwaltungsarbeit: Wie organisiere ich Aufzeichnungen und Ablagen? Wie trenne ich Wichtiges von Unwichtigem? Wie schaffe ich mir lästige Störfaktoren vom Hals? Fragen gibt es viele.
Und leider keine generell gültigen Antworten. Es existiere kein Allgemeinrezept, stellt Ute Maria Zankl klar. Management muss bezogen auf die eigene Situation und das Umfeld erfolgen. Die Voraussetzungen sind an jeder Schule anders. Jedem Termingehetzten helfe aber zunächst eine Analyse seines Arbeitstyps. Ein Fragebogen offenbart den Seminarteilnehmern, ob sie desorganisierte Schnellentscheider, sprunghafte Nichtsfertigmacher, entscheidungsscheue Aussitzer oder vom Perfektionswahn getriebene Alleinherrscher sind.
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Für alle Typen gilt: zunächst den eigenen Standort bestimmen, ein Ziel definieren und anschließend in einem Aktionsplan den Weg dorthin ausarbeiten. Und auf dieser beschwerlichen Route, die über Zeitpläne und Prioritätenlisten führt, müssen auch die sogenannten Zeitdiebe ausgeschaltet werden. Die Unfähigkeit Nein! zu sagen gilt unter Führungskräften in und außerhalb der Schulen als einer der hartnäckigsten Zeitkiller. Ebenso keine klare Zieldefinition, ständige Unter- brechungen und Ablenkungen, mangelnde Konsequenz und Selbstdisziplin, fehler- hafte Kommunikation, stumpfsinniges Herumhocken in unstrukturierten und deshalb ergebnislosen Besprechungen - die Liste ist erschreckend lang.
Und doch realistisch! Wie die Erfahrung von Günter Reichart belegt. Vor knapp zwei Jahren drohte der Vertriebs und Marketingleiter der LEW an seinen Terminen zu ersticken. Zeitmanagement hat mit Balance finden zu tun, versichert der Wirtschaftsmann den Schulmanagern aus diesem Erlebnis heraus - und verrät ihnen sein Rezept im Kampf gegen die zeitfressende Belastungsflut.
Richten Sie in Ihrem Terminkalender absolute Tabuzonen ein, in denen Sie keine Störung dulden, ermuntert Reichart die Zuhörer. In seinem Zeitplaner sind dies auch Stunden zur Vor- und Nachbereitung von Terminen. Konsequenz, klare Prioritäten, strukturierte Besprechungen und eine ebenso eindeutige Kommunikation an alle Beteiligten fordert Reichart von seinen Zuhörern und gibt ihnen schließlich einen Tipp, den viele interessiert aufgreifen: Eine wesentliche Erkenntnis für mich war, nichts mehr liegend aufzubewahren - keine Stapelbildung auf dem Schreibtisch. Alle nicht dringenden Unterlagen werden bei Reichart themenbezogen in Ordnern hinterlegt. Regelmäßig überprüft er, womit er sich noch befassen muss und was möglicherweise gleich in den Papierkorb wandern kann - jedoch ohne unübersichtliche Stapel auf dem Schreibtisch.
Direktor Franz Lettner nimmt nach eigener Einschätzung viele praktische Anregungen mit aus den Seminaren bei der LEW. Und vielleicht findet er ja nun auch ein Rezept gegen den überhand nehmenden Wunsch der Eltern, bei schulischen Problemen sofort und ausschließlich mit dem Schulleiter zu sprechen. Eltern, Schülern und Lehrern steht jedenfalls die eine oder andere Änderung in seiner Arbeitsweise bevor, wobei er anmerkt: Das hätte ich schon vor sieben Jahren, als ich Schulleiter wurde, gebraucht.
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